Geheimnisse im Bunker Nr. 20 sind gelüftet

So. 06.11.11

Mussolini befahl den Bau von 46 Militäranlagen am Reschen. Die Bevölkerung darf den Bunker Nr. 20 erst seit wenigen Wochen besichtigen.

Bis nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gehörten die Reschendörfer Graun und St. Valentin zum Bezirk Landeck. Dann fiel Südtirol zu Italien, die Grenzlinie wurde an der Wasserscheide zwischen Inn (Donau) und Etsch (Adria) gezogen.

Ab 1936 ließ das faschistische Italien unter Mussolini den Alpenwall (Vallo Alpino Littorio) zum Schutz vor Hitler-Deutschland bauen. Bei größter Geheimhaltung entstanden 46 Objekte an der Reschengrenze – Gefechtsstände, Panzersperren, Bunker, Kasernen und Nachschubstraßen. Erst nachdem das Deutsche Reich wiederholt protestiert hatte, wurden im Oktober 1942 die Bauarbeiten eingestellt.

Eines der Objekte war der Bunker Nr. 20, wenige Gehminuten oberhalb der Siedlung Reschen. Von den 50er Jahren bis 1991 hatten NATO-Soldaten die raffiniert getarnte und mit Stacheldraht umzäunte Anlage in Betrieb gehalten. Der Bunker bot Platz für 50 Soldaten, die im Kriegsfall acht Tage ohne Unterbrechung stationiert sein sollten.

Trotz Wasser- und Lebensmittelvorräten war es ein gefährlicher Lebensraum. „Die Soldaten saßen auf einem Pulverfass. Jedem von ihnen war Munition für 20.000 Schuss in den Depots zugeteilt“, weiß Florian Eller aus Graun, Obmann des Vereins Oculus, der die 270 Meter lange Wehranlage für die Bevölkerung zugänglich gemacht hat.

Er selbst sei schockiert gewesen, als er den Bunker Nr. 20 zum ersten Mal besichtigen konnte, sagte Eller: „Jahrzehntelang haben wir nicht die leiseste Ahnung von den Bunkern in der militärischen Sperrzone gehabt. Die meisten Soldaten, die in den Kasernen Mals und Glurns stationiert waren, kamen aus Süditalien. Ihnen war jeder Kontakt zur Bevölkerung strengstens verboten.“

Der letzte NATO-Offizier, der für die Wehranlagen am Reschen verantwortlich war, ist der heute pensionierte Colonel Mauro Licio. „Uns hat man scherzhaft als Murmeltiere bezeichnet, weil wir Bunkerdienst hatten“, erzählte er am Sonntag beim Besuch seiner ehemaligen Dienststelle. „Wir hatten den Auftrag, die Soldaten für den Ernstfall zu schulen. Sie mussten alle militärischen Dienste machen, Wache schieben, Gewehre putzen, es gab laufend Übungen.“

Nach dem Berliner Mauerfall 1989, der das Ende des Kalten Krieges markiert, habe er geahnt, dass auch das Aus für den Bunkerbetrieb kommen würde. „1990 ist tatsächlich der Befehl zum Abrücken gekommen“, schildert der Colonel und betont: „Der Soldat will nämlich keinen Krieg.“ Er sei froh, dass dieses dunkle Kapitel Militärgeschichte abgeschlossen ist. 1991 habe man die Anlagen entmilitarisiert: „Die Waffen haben wir gesammelt und zerstört.“

Seit wenigen Wochen führt Florian Eller erstmals Besucher durch den ehemaligen NATO-Bunker. „Das Interesse ist groß. Ohne dass wir Werbung gemacht haben, sind bisher 1700 Leute gekommen“, verriet Eller.

2007 gab es erste Überlegungen, das geheimnisumwitterte Objekt zu restaurieren, Informationen aufzubereiten und der Bevölkerung zugänglich zu machen. Gemeinsam mit dem Nauderer Verein Altfinstermünz entstand das mit 340.000 Euro budgetierte EU-Projekt „Historische Grenzbefestigungsanlagen“, das der Landecker Regionalverein regioL koordiniert hat.

Neben militärhistorischem Interesse ist auch die Etschquelle ein Grund, warum man sich für die Restaurierung dieses Objekts entschieden hat. Die Quelle entspringt nämlich mitten im Bunker. Die Erbauer hatten eine Leitung gelegt und einen Brunnen außerhalb der Wehranlage errichtet. In Stein gemeißelt steht dort „Etschquelle“ zu lesen. „Eine Lüge der Faschisten“, wie ein Besucher bemerkte.

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